Pressebericht vom 03.04.2008

 
  Kreis verteilt Geld für Toleranz  
 
Vereine können 345 000 Euro für Projekt gegen Fremdenfeindlichkeit abrufen
 

Limburg-Weilburg. Der Landkreis Limburg-Weilburg ist als einer von vier hessischen Landkreisen vom Bundesfamilienministerium in ein Programm mit dem Titel „Vielfalt tut gut“ aufgenommen. Es ist gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus gerichtet und fördert Projekte von Vereinen und anderen gemeinnützigen Einrichtungen, die Jugendliche zu Toleranz und Demokratie anleiten.

Nach Angaben von Landrat Manfred Michel (CDU) stehen dafür im laufenden Jahr 145 000 Euro und in den Jahren 2009 und 2010 jeweils weitere 100 000 Euro zur Verfügung. Koordinationsstelle ist die vom Kreis getragene Gesellschaft für Ausbildung und Beschäftigung (GAB). Einzelprojekte können mit bis zu 20 000 Euro gefördert werden.
Chancen für die Mittel haben zum Beispiel Theaterprojekte und Vorträge zum Rechtsradikalismus ebenso wie der Besuch einer Gedenkstätte, Workshops, Stationsläufe oder die Pflege und Dokumentation eines jüdischen Friedhofs.
Der Landrat ermunterte Vereine und kirchliche Organisationzum Mitmachen. Allein staatliche Organisationen können nicht gefördert werden.
Es gehört zu den Zielen, außerhalb der schulischen Bildungsarbeit Jugendliche ohne Ausbildung, aus bildungsfernen Familien, mit Migrationshintergrund und mit rechten Orientierungen zu erreichen.

 
 
Sie sind für die Umsetzung des Förderprogramms „Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“ im Landkreis zuständig (von links): Katja Stephan (Coach), Stephan Zimmermann (GAB, Leiter der Koordinationsstelle), Denise Netsch (GAB, Koordination), Landrat und Sozialdezernent Manfred Michel sowie Martin Kaiser vom Fachbereich Jugend des Kreises.
 
Sie können über Projektarbeit Sozialverhalten erlernen, das ihnen mit Hilfe der lokalen Wirtschaft den Zugang zur beruflichen Integration ermöglicht.
Martin Kaiser vom Fachbereich Jugend der Kreisverwaltung ist mit Denise Netsch von der GAB für Vorgespräche zuständig, beide geben Tipps und sind bei der Antragsstellung behilflich.
Projekte können über mehrere Monate laufen oder auf ein Wochenende begrenzt sein. Sie werden von einem beim Kreis gebildeten Begleitausschuss bewilligt und müssen von einer Fachstelle in Berlin abgesegnet werden.
Der Zuwendungsbescheid wird sodann vom Landkreis erteilt.
Mit der Berliner Soziologin Katja Stephan steht dem Landkreis für dieses Jahr eine Fachbetreuerin (Coach) zur Seite. „Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit schaden der Demokratie und gefährden den Zusammenhalt der Gesellschaft“, machte Stephan deutlich.
 
  Wo „Vielfalt tut gut“ greife, hätten die NPD-Aktivitäten erfahrungsgemäß keine Chance  
 
Dass diese Erscheinungsformen in Deutschland weiterhin keine Randprobleme seien, zeigten die Wahlergebnisse rechtsextremistischer Parteien und insbesondere Entwicklungen in ostdeutschen Regionen mit hoher Arbeit-und Perspektivlosigkeit.
Deshalb haben sich die Bundesregierung zum Ziel gesetzt, gerade bei jungen Menschen die demokratische Kultur und das zivile Engagement zu stärken sowie Toleranz und Weltoffenheit zu fördern. Wo „Vielfalt tut gut“ greife, da hätten NPD-Aktivitäten erfahrungsgemäß keine Chance mehr.
 
Informationen und Kontakte
 

Das zuständige Bundesfamilienministerium stellt das Projekt im Internet unter www.vielfalt-tut-gut.de vor. Der Landkreis Limburg-Weilburg informiert mit einem Faltblatt (Vorderseite, Rückseite) und im Internet unter www.videto.de – die Abkürzung von Vielfalt-Demokratie-Toleranz.

Die Koordinationsstelle bei der GAB in Limburg, Im Schlenkert 14, ist unter
0 64 31 - 94 76 41, Frau Denise Netsch oder unter denise.netsch@videto.de, zu erreichen.

Beim Fachbereich Jugend des Landkreises Limburg - Weilburg ist Martin Kaiser, Schiede 43 in Limburg, zuständig 0 64 31 - 29 63 41, martin.kaiser@videto.de.

 
 

Printausgabe
vom 03.04.2008
 
 
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