Mit Schaf, Huhn ud Kuh auf Du und Du - Sommerferienprogramm für Kinder

Trotz Corona, trotz Einschränkungen – einen super Sommerferienspielspaß bereiteten die Kinder- und Jugendreferenten aus dem Goldenen Grund in Zusammenarbeit mit der Schule im Emsbachtal und dem Team vom Bio-Hofgut Kloster Gnadenthal den Kids aus dem Goldenen Grund in diesem Jahr. Projektträger der KiJuGo-Ferienwochen ist der Förderverein Niederbrechen. Möglich wurde das dank der Förderung von ViDeTo (Vielfalt-Demokratie-Toleranz) im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“.

„Ich möchte auf jeden Fall noch mal kommen“, platzt es aus Eduard heraus, der mit anderen Kindern eine aufregende Woche mit Spiel, Spaß und Abenteuern bei den KiJuGo-Sommerferienspielen in Gnadenthal genossen hat und schwärmt. Er ist nicht der Einzige. Kinder und Eltern sind voll des Lobes.  Auch die Kinder, die in Niederbrechen in der Schule im Emsbachtal eine Woche KiJuGo-Sommerferienspiele verbracht haben, waren vom Programm total begeistert. „Es gibt sogar Anfragen, die Ferienwoche zu wiederholen“, berichtet Sozialarbeiterin Julika Kramm vom Förderverein Niederbrechen. Dass die diesjährigen Sommerferienspiele ein solcher Erfolg werden – das hatte wohl im Frühjahr angesichts des Lockdowns und all der Einschränkungen keiner so recht zu hoffen gewagt.

Ferien auf dem Bauernhof erlebten die Kinder in Gnadenthal, wo sie mit Kuh, Schaf und Huhn auf Tuchfühlung gingen. „Jeden Tag gibt es für die Kinder hier Neues zu entdecken“, so Rita Biel vom KiJuGo-Team. Sie ist Kinder- und Jugendreferentin in Niederselters. „Gnadenthal ist für die Kinder einfach ein toller Ort – um Ferien zu verbringen, für Bildungsangebote und natürlich zum Spielen. Hier können Kinder Tiere aus unmittelbarer Nähe erleben, sie sehen, wie die Tiere leben, was sie fressen, wie man mit ihnen umgeht, also in ihrer Nähe nicht schreit, tobt, rumrennt und nicht kabbelt, sondern dass man sich ruhig verhält, langsam bewegt und die Tiere nicht verrückt macht – dass man auf andere Rücksicht nimmt, ihnen mit Respekt und Wertschätzung begegnet und mit Toleranz“. Aber damit nicht genug: „Im Umgang mit anderen – mit anderen Kindern und mit Erwachsenen“, erklärt Sander Hoogendam, der bei der Jesus-Bruderschaft gemeinsam mit Sebastian Stenzel die Bildungsangebote, Programme und Spiele für Kinder verschiedener Altersgruppen entwickelt, koordiniert und realisiert.

An einem Vormittag erkundeten die Kinder den Gnadenthaler Wald als Lebensraum, ein andermal vom Wörsbach das Wasser als Lebensader. Mit großem Engagement waren die Kinder bei der Sache und beteiligten sich an den verschiedenen Spielen und Projekten. Gerade bei der aktuellen Hitze war das Thema Wasser interessant. Denn obwohl die Erde zu zwei Dritteln aus Wasser besteht, ist nur rund ein Prozent davon für uns nutzbar – eine kleine Kostbarkeit, sozusagen, denn ohne Wasser kein Leben. Auf spielerische Weise erführen die Kinder, wie viel Wasser wir ungefähr täglich verbrauchen: 35 Liter für Toilettenspülung, 46 Liter fürs Duschen. Noch erstaunlicher fanden auch die Kinder, wie viel Wasser nötig ist, um bestimmte Dinge herzustellen: zehn Liter für ein DIN-A4-Blat, 5000 Liter für eine Jeans oder ein T-Shirt. Im Wörsbach suchten die Kinder zudem mit großem Eifer nach allem ,was im Wasser wohnt und lebt.

Gemeinsam mit dem Team und dem Erlebnispädagogen Martin Lunz und Julika Kramm vom Förderverein Niederbrechen, dem Projektträger der KiJuGo-Ferienwochen, wurde den Kindern in Niederbrechen ein abwechslungsreiches Outdoor-Programm geboten – mit Geocachen, Slacklinen über den Emsbach und gemeinsamem Bogenschießen. Das Balancieren über die Slackline, ein elastisches Band, das zwischen zwei Bäume über den Emsbach gespannt war, war bei den Kindern in Niederbrechen das Highlight der Woche.

Auch Bogenschießen war im Angebot. Zunächst haben die Kinder ihre eigenen Pfeile gebaut, sie selbst gestaltet und im Anschluss als Erinnerung mit nach Hause genommen. Der Wechsel von Anspannung und Entspannung, die Konzentration auf das Wesentliche wurden hier spielerisch und mit großem Spaß erzielt. Es gab Abenteuerspiele und interaktive Theaterstücke zum Thema Demokratiebildung, Mitbestimmung und Abbau von Vorurteilen in Kooperation mit Creative Change, einer gemeinnützigen Organisation, mit dem Ziel, Vorurteile abzubauen, da diese einem friedvollen Umgang miteinander im Wege stehen.

Aber auch Wasserschlachten und jede Menge Eis durften nicht fehlen, denn das Motto war immer: „Sommerferien in der Natur“. „In erster Linie dienten die erlebnisorientierten Aktivitäten dazu, eigene Stärken und Schwächen zu erkennen, zu akzeptieren oder über Veränderung nachzudenken und ein positives Selbstkonzept aufzubauen. Dies wurde und wird durch Aktionen unterstützt. Im Rahmen naturkundlicher und erlebnisorientierter Aktivitäten in überschaubaren Gruppen entwickeln sich vielfältige Kompetenzen“, so Madlen Wagner, Jugendarbeiterin der Gemeinde Brechen.

Bereits 215 Projekte umgesetzt

Möglich wurden die KiJuGo-Ferienwochen durch die Kooperation des Fördervereins der Schule im Emsbachtal Niederbrechen mit dem Kinder- und Jugendprogramm Goldener Grund und dank der Förderung von ViDeTo (Vielfalt, Demokratie, Toleranz) im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ mit insgesamt 8500€. Als Trägerverein fungiert der Förderverein der Schule im Emsbachtal Niederbrechen. Der Landkreis Limburg-Weilburg beteiligt sich seit dem Jahr 2007 an unterschiedlichen Bundesprogrammen zur Förderung von Vielfalt, Demokratie und Toleranz. Die Umsetzung erfolgt unter dem Eigennamen ViDeTo. In diesem Rahmen hat der Landkreis bisher über Einzelprojektträger wie Kirchen, Vereine und Verbände 215 Projekte umgesetzt. Hierfür standen bis heute Fördermittel in Höhe von über einer Million Euro zur Verfügung. Im Rahmen des aktuellen Bundesprogramms „Demokratie leben!“, das seit dem 1. Januar 2015 läuft, wurde die Schwerpunktregion Goldener Grund gebildet. In der Stadt Bad Camberg und in den Gemeinden Brechen, Hünfelden und Selters wird seit diesem Zeitpunkt vom Amt für Jugend, Schule und Familie des Landkreises die sogenannte „Partnerschaft für Demokratie“ umgesetzt.